Konferenz 20.-22. März 2020

Und sie komponieren, dirigieren doch!

+++  Verschiebung – Konferenz „Und sie komponieren, dirigieren doch“ +++

Wir haben laufend die Meldungen über den pandemischen Verlauf von SARS-CoV-2 „Corona-Virus“) verfolgt und kommen heute schweren Herzens zu dem Schluss, dass wir unsere Konferenz Und sie komponieren, dirigieren doch (geplant: 20. bis 22. März 2020) auf einen neuen Termin verschieben müssen.

Nach den umfangreichen Vorbereitungen fällt uns diese Entscheidung nicht leicht. Aber neben den aktuellen Entwicklungen haben auch die besorgten Nachfragen von Teilnehmer*innen und Akteuer*innen das Organisationsteam heute veranlasst, diese Entscheidung zu treffen.

Einzig der Kompositions-Workshop mit Laura Konjetzky wird am 20. März wie geplant für eine kleine Gruppe von fünf Schülerinnen stattfinden und wir freuen uns über das rege Interesse der Teilnehmerinnen.

Unsere Absage der Konferenz ist aus der Sorge heraus getroffen, dass Referent*innen und Konferenzteilnehmer*innen teils international anreisen und somit das Virus weiter in der Welt verbreitet werden könnten. Mit der Verschiebung wollen wir dem entgegen wirken.

Gleichzeitig möchten wir vermeiden, dass Menschen, die aus Vorsicht ihre Teilnahme absagen, sich ausgeschlossen fühlen. Wir denken dabei besonders an Menschen, die alters- oder vorerkrankungsbedingt zu den Risikogruppen zählen.

Die Veranstaltung wird, wenn möglich, auf Herbst 2020 (ggf. Frühjahr 2021) verschoben. Sobald der neue Termin feststeht, informieren wir Sie ausführlich.

Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten und freuen uns sehr, wenn der neue Termin für Sie zu realisieren ist und wir Sie dann herzlich in München auf ein Neues begrüßen dürfen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis! Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße,

Ihre

Anne Holler-Kuthe
Vorstand musica femina münchen e.V.

Diversity in Music – Komponistinnen und Dirigentinnen im Musikleben heute
Freitag 20. März bis Sonntag 22. März 2020 in München, Orff-Zentrum

Teaser in English here available

Gibt es wirklich so wenige Komponistinnen, die Werke für große Chöre und Orchester
geschrieben haben? Oder ist das nur ein Argument, um die Musik von Frauen nicht aufzuführen? Auch das Argument „mangelnder Qualität“ oder „das Gute setzt sich durch“ erscheint angesichts eines engen Kanons an immer wieder Gleichem kaum mehr haltbar.

Gerade die Alte-Musik-Szene hat den Beweis erbracht, dass unzählige Werke in den Archiven schlummern, die mit großer Begeisterung wiederentdeckt werden. Und führt nicht gerade diese enge Tradition der Klassischen Musik in die aktuelle Krise und Stagnation? Wäre mehr Diversität nicht auch hier die geeignete Lösung?

Auf dieser Konferenz beleuchten wir die Voraussetzungen für die Musikprogramm-Planung heute. Es gibt zahlreiche Werke von Komponistinnen, um bei Konzerten ein gerechteres Geschlechterverhältnis zu erreichen und Chören und Orchestern des 21. Jahrhunderts neue Hörer*innenschichten zu erschließen. Musik von Frauen ist es wert, aufgeführt zu werden!

Für das Musikleben insgesamt stellt es eine Bereicherung dar, auch das weibliche Erbe lebendig zu halten und zeitgenössischen Komponistinnen ein Podium zu bieten.
Die Konferenz bietet

• einen Roundtable mit Expert*innen und Programmplaner*innen von Orchestern und Musiktheatern
• eine Vorstellung praktikabler Stücke für Chor und Orchester
• eine Vorstellung hilfreicher Datenbanken zur Werkrecherche
• einen Kompositionsworkshop
• einen Dirigierworkshop
• Social media monitoring – Vorstellung eines Info-Dienstes zum Thema „Frauen im Konzertbetrieb“
• ein Netzwerktreffen für Komponistinnen/Dirigentinnen/Bloggerinnen/Studierende
• ein Kammermusik-Konzert mit Werken von Philippine Schick, Luise Adolpha Le Beau, Mary Wurm und Konstantia Gourzi
• eine Matinee mit Orchesterwerken von Gunild Keetman, Gloria Coates, Katrin Schweiger, Dorothee Eberhardt, Manuela Kerer und Dorothea Hofmann

Zielgruppen
Intendant*innen, Veranstalter*innen, Dramaturg*innen, Konzertplaner*innen,
Musikpädagog*innen, Dirigent*innen, Komponist*innen, Musiker*innen,
Musikwissenschaftler*innen und am Thema Interessierte.

Weitere Informationen über info[at]musica-femina-muenchen.de
Hier können Sie diese Pressemeldung herunterladen.

„Wenn niemand sich um die Werke von Komponistinnen kümmert, sie ausgräbt, einstudiert und aufführt, nehmen wir das eben selbst in die Hand!”. Diese Überlegungen einiger Musikerinnen und musikinteressierter Frauen aus München führten 1988 zur Gründung des gemeinnützigen Vereins musica femina münchen e. V.

Mehr als dreißig Jahre später und nach zahlreichen Komponistinnen-Konzerten sieht die Bilanz für Frauen in der Musik tendenziell besser aus. Allerdings belegt die Studie Frauen in Kultur und Medien des Deutschen Kulturrats aus dem Jahr 2016, dass Frauen in der Musik noch immer unterrepräsentiert und benachteiligt sind. Der Anteil an Komponistinnen in den Programmen deutscher Orchester und Opernhäuser liegt weit unter 10 %. Bei Uraufführungen sind nur 15 % der Werke aus der Feder einer Frau. Dabei steigen die Zahlen weiblicher Studierender in den Fächern Komposition und Dirigieren kontinuierlich: Für das WS 2014/15 liegen sie bei 41 % im Fach Dirigieren und 32 % im Fach Komposition.

Auch die Einkommen von Musikerinnen – in allen Berufsfeldern und das bei insgesamt steigender Frauenerwerbstätigkeit – liegen deutlich unter denen der Männer. Der Gender Pay Gap in der Musik tätigen Frauen zufolge der Studie beträgt im Jahr 2014 bei Dirigentinnen 44 % und bei Komponistinnen 35 %.

Aktuell macht sich eine positive Entwicklung für Dirigentinnen bemerkbar. Begleitet von großem medialem Interesse erleben sie eine Akzeptanz wie nie zuvor. Aber auch für diesen Beruf gibt es noch Steigerungspotential, denn 2017 wurden gerade mal drei von 130 Orchestern in Deutschland von Dirigentinnen als Generalmusikdirektorinnen geleitet.
(Text: Dr. Ulrike Keil)